Lexikon

Wie bei jeden anderen Fachbereich fallen auch rund um das Thema Wetter viele Fachbegriffe. Wir haben hier für euch einige zusammengetragen. Wir hoffen, daß ihr damit zurecht kommt. Über Ergänzungen freuen wir uns natürlich jederzeit.


Empfundene Temperatur

siehe Windchill


Luftdruckhistorie

Speicherung und grafische Anzeige des Luftdruckverlaufs der letzten 24 Stunden. Hieraus können Rückschlüsse über die allgemeine Wetterentwicklung gezogen werden. Die grafische Anzeige erfolgt bei der Wetterstation durch einen Teilstrich bei einer Veränderung von z.B. 2 hPa.


Luftdrucktendenz

Errechnet aus der Entwicklung der Luftdruckwerte der letzten Stunden (normalerweise 3 Stunden).

Stark fallend oder steigend Druckänderung  > 3hPa
Fallend oder steigend Druckänderung  >= 1hPa – 3hPa
Gleichbleibend Druckänderung  < 1hPa

Taupunkt

Temperaturpunkt, der vom Zusammentreffen eines bestimmten Luftdrucks, einer bestimmten Temperatur und einer bestimmten Luftfeuchte abhängig ist. An diesem Temperaturpunkt beginnt die Kondensation der Luftfeuchte, die sog. Betauung, die Luftfeuchtigkeit kondensiert aus und schlägt sich als Flüssigkeit nieder.
Oder anders: der Taupunkt ist jene Temperatur, bei der die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist (100% relative Luftfeuchtigkeit).
So liegt der Taupunkt für Luft z. B. bei 20 °C und 17,4 g/m3 Wasserdampf. Liegt der Taupunkt für Wasserdampf unter 0 °C, so erfolgt die Kondensation als Schnee oder Reif.
Der Taupunkt ist ein wichtiger Indikator für die Vorhersage für Dunst, Nebel oder Wolkenbildung (Wolkenuntergrenze). Liegen z.B. Taupunkt und Lufttemperatur in den Abendstunden sehr nahe beieinander, ist die Wahrscheinlichkeit von Nebelbildung während der Nacht sehr hoch. Ebenso ist es möglich, mit dem Taupunktwert die tiefsten Nachttemperaturen vorherzusagen. Vorausgesetzt es ziehen während der Nacht keine neuen Wetterfronten auf, gibt der Taupunkt-Wert am Abend, die tiefste Temperatur der Nacht an.


Wettertendenz

Vorhersageanzeige über Wettersymbole, errechnet aus der Steigungs- oder Fallgeschwindigkeit des Luftdrucks.


Windchill-Äquivalent-Temperatur (Empfundene Temperatur)

Eine fiktive Temperatur, die vom Menschen unter bestimmten Bedingungen statt der gemessenen Temperatur empfunden und häufig für die Beschreibung niedriger Temperaturen herangezogen wird.
Als Bedingungen hierfür sind eine Temperatur unter 33 °C und eine Windgeschwindigkeit über 6,4 km/h definiert. Windchill entspricht dem Abkühlungseffekt einer unbekleideten Haut bei angenommenen konstanten 33 °C Körpertemperatur.
Die „Empfundene Temperatur“ ist näherungsweise mit der sogenannten gefühlten Temperatur vergleichbar, die zusätzlich u. a. auch die Strahlungseinwirkung der Sonne, die Lichtreflexion der Wolken und die Lichtwellenlänge berücksichtigt.

Neue Windchill Berechnung:
Diese basierd auf den „New Wind Chill Temperature Index of National Weather Service (NWS) – USA und Meteorological Services of Canada (MSC)“. Als Bedingung hierfür sind eine Temperatur unter 51°F (11°C) und eine Windgeschwindigkeit von über 3 mph (4.5 km/h). definiert.


PMV – Predicted Mean Vote – Index für das persönliche Wohlbefinden

Hinter diesem Wert verbirgt sich unter < 5°C die gefühlte Temperatur.
Ab 5°C wird dieser Wert mit einem empirischen Verfahren unter Einbezug der Windgeschwindigkeit, der Temperatur und dem Taupunkt als Maß der Luftfeuchte ermittelt. (Im Raum entfällt die Windkomponente).
Hier erfolgt keine Berücksichtigung des Bedeckungsgrades an Wolken.
Bezug dazu: E. King (Medizin-Meteorologische Hefte Nr. 10, 1955) und R. Knepple (Zeitschrift für Meteorologie Nr. 2, 1948)
Die ermittelten Werte (in Klammer angezeigt) werden auf den PMV-Index umgesetzt:
PMV-Index Gefühlte Temp.(°C) bzw. Physiologische Wirkung

empirischer Wert
<-3 = +3 = > +36 = extreme Wärmebelastung


Hitzeindex

Der Hitzeindex oder auch Temperatur/Feuchte Index (T-F Index) sagt aus, wie warm wir die Temperatur momentan empfinden. Die entscheidende Größe für diesen Messwert liefert dabei die Luftfeuchtigkeit. Der Hitzeindex kommt erst ab Temperaturen >= 26,7°C (bei anderen Berechnungsmethoden > +14°C – z.B. VantagePro) zum Tragen.
Je höher die Luftfeuchtigkeit ist, umso weniger Wasserdampf kann die Luft zusätzlich aufnehmen. Unser Körper regelt seinen Temperaturhaushalt bei hohen Aussentemperaturen durch Verdunstung von Wasser über die Hautoberfläche, dabei wird Energie verbraucht,
was zur Abkühlung führt.
Je höher nun der Sättigungsgrad der Umgebungsluft mit Wasserdampf ist, desto weniger bzw. langsamer wird der Wasserdampf unserer Haut von ihr aufgenommen. D.h. die natürliche Kühlung unseres Körpers wird verlangsamt oder sogar gestoppt, was zu einer Überhitzung mit Hitze-Stress- oder erhöhtem Hitzschlag-Risiko führt.
Der Hitzeindex ist ein Indikator, wie wir unseren Körper bei der jeweiligen Wettersituation belasten können.
Der Hitzeindex dient hauptsächlich zur Feststellung der „Belastung“ bei nachmittäglichen hohen Temperaturen.


Summer Simmer Index

Der Summer Simmer Index ist eine andere Berechnungsmethode des „Hitzeindex“ für während über Nacht niedrigeren Temperaturen (bei Temperaturen auf hohem Niveau)


Virtual Temperatur

Virtuelle Temperatur ist eine fiktive Temperatur, die Feuchtigkeit in der Luft berücksichtigt.
Die formale Definition von virtueller Temperatur ist die Temperatur, die trockene Luft hätte, wenn sein Druck und bestimmtes Volumen gleich von jenen einer vorgegebenen Probe von feuchter Luft wären. Virtuelle Temperatur erlaubt Meteorologen, die Standard-Gleichung für trockene Luft zu benutzen, auch wenn Feuchtigkeit gegenwärtig ist.


Feucht-Kugel Temperatur (Wet Bulb)

Ist die niedrigste Temperatur, die man durch das Verdunsten von Wassers in der Luft bei konstantem Druck erhält.
Der Name kommt vom Verfahren: Ein nasses Tuch um einen Glaskugel-Quecksilberthermometers zu wickeln und dieses Tuch dann mit Luft anblasen, bis das Wasser verdampft. Die Verdampfung entzieht dabei Wärme, dabei wird das Thermometer zu einer niedrigeren Temperatur abkühlen, als ein Thermometer mit einer trockenen Glasoberfläche am gleichen Ort und zur gleichen Zeit.


Dampfgehalt

Ist die Masse von Wasserdunst in einem Behälter dividiert durch die Masse trockener Luft vom gleichen Behälter (ausschließlich des Wasserdunstes). Wird in g/kg angegeben.

Gesättigt: ist dabei der maximal mögliche Dampfgehalt bei der entsprechenden Temperatur (100% relativer Luftfeuchtigkeit).


Dampfdruck

Aktuell: Ist der Druck von einem gegenwärtigen Wasserdampf in einem Bereich. Wasser in einem gasförmigen Zustand (z.B. Wasserdampf) übt einen Druck wie die atmosphärische Luft aus.
Dampfdruck wird auch in Millibar gemessen.
Gesättigt: Der größtmögliche Partialdruck, den Wasserdampf-Moleküle ausüben, wenn die Luft bei einer vorgegebenen Temperatur mit Dampf gefüllt ist. Der Sättigungs-Dampfdruck ist direkt proportional zur Temperatur


Altimeter Druck = relativer Luftdruck = Luftdruck

Ist der auf Bezug zu Meereshöhe (NN/Sealevel) reduzierte Luftdruck. Notwendig zum Vergleich von Luftdruckdaten gemessen an verschieden Standorthöhen.
Stations Luftdruck + Korrekturwert = Luftdruck
Für Berechnung diese Korrekturwertes gibt es verschieden genaue Verfahren.
Die einfachste Methode ist die Addition eine festen Wertes der aus der Stationshöhe gewonnen wird, z.B. Korrekturwert = Stationshöhe/8.5
Die genaueste Methode berücksichtigt auch den Einfluss der Temperatur!


Stations Druck

Auch als absoluter Druck bezeichneter Luftdruck, der am Stationsstandort gemessen wird. Auf 0 m über NN ist der Stations Luftdruck gleich dem Altimeter Luftdruck.


Luftdruck Altitude

Der Normalluftdruck auf 0 m Messhöhe ist mit 1013,25 hPa definiert.
Je höher die Messhöhe wird, um so niedriger wird der Luftdruck.
z.B. auf 110m beträgt der Luftdruck dann nur noch 1000 hPa.
Das Ganze betrachtet ohne jegliche Einflüsse (Temperatur, Luftfeuchtigkeit usw.)


Windverlauf (Wind Run)

An einem bestimmten Ort ermittelt, stellt der Windverlauf die mögliche Leistungsausbeute für die Belange von Windkraftanlagen oder Windrädern dar.
Der Windverlauf gibt dabei die Menge an Luft an, welche über einen bestimmten Zeitraum am Meßort durchgesetzt wird. Dabei wird jede aufgetretene Windgeschwindigkeit zusammen mit der Zeitspanne ihres Auftretens über einen Zeitraum integriert.
Berechnungsbeispiel:
Nehmen wir an, der Wind weht mit einer konstanten Geschwindigkeit von 15 km/h und 20 Stunden lang,
so ergibt das einen Windverlauf von Geschwindigkeit (25 km/h) x Zeit/24h (20/24h) = 20,83 km
Und weiter in der Annahme: das in einem Monat mit 30 Tagen und an jedem Tag mit diesem Wert, so ergibt das einen Monats-Windverlauf von 625 km (20,83×30) – [bzw. tatsächlich 15 000 km]
Das Programm berechnet den Windverlauf bezogen auf 24 Stunden, wegen der besseren Vergleichbarkeit mit den Regenwerten und den Sonnenscheinzeiten! Wer den absoluten Wert haben möchte, kann den Wert mit 24 multiplizieren (um eventuell mit anderen Programmen zu vergleichen)


Solarenergie & Solarstrahlung

Der elektromagnetische Anteil des Strahlungs-Sprektrums unserer Sonne, oder auch Globalstrahlung genannt und ist ein Wert für die Leistungsausbeute. Er wird gemessen in Watt/qcm (W/m2). 1 W/m2 entspricht umgerechnet 0.143 kcal/min.
Die Solar- oder Sonnenenergie wird in Langley (Ly) gemessen. 1 Langley entspricht einer Gramm-Kalorie/cm2. Eine Gramm-Kalorie ist jene Energiemenge, welche benötigt wird, um 1 Gramm Wasser um 1°C zu erwärmen.


UV-Spektrum und UV-Dosis (MED)

Das UV-Spektrum ist der ultraviolette Bereich des Lichtes. Er beginnt an der Grenze des sichtbaren Lichtes und reicht bis in die Region langwelliger Röntgenstrahlung (4-400nm).
MED – oder Minimale-Erythemal-Dosis, ist ein Messwert der UV-Dosis. Erythema ist die Rötung der Haut durch Verengung der Kapillargefäße, bis zu deren Überlastung.
Sonnenbrand ist dabei die häufigste Erscheinungsform.

Klassifizierung nach Fitzpatrick
Index-Wert Gefahren-Klasse
0 bis 2 Minimal
3 bis 4 Niedrig
5 bis 6 Mittel
7 bis 9 Hoch
> 10 Sehr hoch


EvapoTranspiration (ET)

ET ist die Wasserdampfmenge, welche in einem bestimmten Gebiet von der Luft aufgenommen wird. Die Evapotranspiration ist genau genommen eine kombinierte Meßgröße, welche die abgegebene
Wasserdampfmenge von feuchten Vegetationsoberflächen und Blättern (Evaporation) und dieabgegebene Wasserdampfmenge durch Ausdunstung der Planzenhaut (Transpiration) zu einem Gesamtwert vereint. Im Endeffekt ist die EvapoTranspiration das Gegenteil von Regen – Wasser wird in die Atmosphäre zurückgegeben und sie wird in mm oder Zoll angegeben.
Die berechneten ET-Werte in diesem Programm werden nach dem Haude-Verfahren ermittelt.


Density Altitude (für Piloten)

Die Betrachtung der Density Altitude fängt mit der standardmäßigen Atmosphäre an, einer Tabelle von Lufttemperatur, Druck und Dichte in verschiedenen Höhen. Die Istwerte aller dieser Parameter ändern sich mit dem Wetter. Aber, die Standard Atmosphären Tabelle kann benutzt werden, um für verschiedene Höhen zu ermitteln, wieviel Auftrieb ein Flügel erzeugen sollte, wieviel Kraft vom Motor oder Motoren kommen soll und wieviel Längsdruck das Flugzeug hat und wieviel Schub erzeugt werden muß.
Piloten müssen diese theoretischen Werte von Auftrieb, Kraft und Längsdruck einstellen, um Unterschiede zwischen der standardmäßigen Atmosphäre und der wirklichen Atmosphäre zu einer bestimmten Zeit und Ort in Betracht zu ziehen. Sie benutzen Tabellen oder Luftfahrtrechner, um zu sagen, daß die wirkliche Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt die Dichte der standardmäßigen Atmosphäre bei einer gewissen Höhe hat, die wahrscheinlich anders ist, als bei der tatsächliche Höhe. Das Flugzeug reagiert so, als ob es sich an der Density Altitude befindet.
Um die Wirkungsweise zu erkennen, sehen Sie sich die Standard Atmosphären-Tabelle an. Nehmen wir an, daß es ein Gerät gibt, das direkt die Dichte der Luft mißt. Nehmen wir weiter an, daß dieses Gerät eine Dichte der Luft von 0,41 kg/m3 anzeigt. Man kann dann feststellen, indem man auf der Tabelle nachsieht, daß es die Dichte bei 10.000 m in der standardmäßigen Atmosphäre ist. Man kann sagen, daß das Flugzeug an einer Density Altitude von 10.000 m sich befindet, egal in welcher tatsächlichen Höhe es ist.


Quelle(n): Wetterstation Bedien- und Auswertesoftware (Werner Krenn) & eigene Recherche

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